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Folgender Text wurde von Willi Welbers, dem Gründungsvater der Gesellschaft Reserve verfasst. Hier sein Originaltext, der sich in den Unterlagen unseres Schützenarchives befand:

Grundsätzliches zur Gründung der Gesellschaft Reserve Benrath

 

Am 24. Jan 1949 wurde mir in der Gaststätte Kohleppel, Hauptstraße von verschiedenen Bürgern Benraths der Wunsch zugetragen, mitzuhelfen, den alten Bürgerschützenverein Benrath wieder aufleben zu lassen.
Aufgrund meiner langjährigen erfahrungen im Schützenleben wusste ich, dass mehrere Vereine in einer verhältnismäßig kleinen Kerngemeinde ein an sich kümmerliches Dasein fristen müssten, wie dieses an genügenden Beispielen klar zum Ausdruck kommt.
Ich lehnte daher meine Mitarbeit strikte ab und warnte eindringliche vor solchen Experimenten.
Nun aber befasste ich mich zum ersten Male mit der Gründung einer Gesellschaft Reserve die aber ausschließlich der alten Bruderschaft St. Cäcilia angeschlossen werden sollte.
Mein Gedanke, der mir grundsätzlich erschien, wurde bestärkt, als ich am 07. Feb 49 in der Gaststätte Hanf einige Bürger traf, die ich über meine Absichten informierte und die mit meinen Gedankengängen solidarisch gingen.
Es waren dieses die Herren Willy Hermel, Willy Cremerius, Jos. Hanf und Willy Göres.
Mir wurde von den Kameraden aufgetragen entsprechende Verhandlungen zu führen und Einladungen an von uns ausgesuchte Bürger des Benrather Mittelstandes zu versenden.
Bei einer ersten Besprechung am 13. Febr.49 mit dem Präses der Bruderschaft Herrn Hartstein traten neben der erfreulichen Seite auch Bedenken auf, da ich grundsätzlich davon ausging, auch andersgläubige Interessenten in unsere Reihen aufzunehmen, als nur Männer mit kath. Glauben.
Herr Hartstein war der Meinung, ich müsse dieses mit dem geistl. Präses Herr Pfarrer Aant´Heck besprechen.
Diese Aussprache führte ebenfalls nicht zu einem positiven Ergebnis, da Herr Pfarrer Aant´Heck einige Einschränkungen gegenüber protestantischen Mitgliedern durchsetzen wollte, die im Kerne darauf hinausgingen, prot. Mitgliedern die Königswürde zu versagen.
Dieses lehnte ich ab mit dem Bemerken, dann würde ich meine Absichten in Bürrig vortragen.
Dort meldeten wir uns für den 20. Febr. tel. an, mit Unterstützung des Herren Eduard Steinwasser.
Bei einem guten Tropfen Wein wurde unser Vorhaben besprochen und schneller als wir dachten fanden wir durch den Gründer der Historischen Deutschen Schützenbruderschaft Herrn Dr. Lois vollstes Verständnis und eine pers. Unterstützung unserer Gründungspläne.
Pfarrer Aant`Heck wurde über diese Besprechung tel. informiert und so ging ich die 50 Einladungskarten für eine vorbereitende Gründungsversammlung zu verschicken. Das Echo dieser Einladungen war kläglich. 14 Personen erschienen zu der am 14. April 49 im Lokale Hanf einberufenen Besprechung. Es waren dieses, soweit ich es noch behalten habe, folgende Herren: Willy Welbers, Willy Hermel. Christian Braun, Jos. Hanf, Joh. Heisterkamp, Willy Göres, Heinz Göres, Willy Fettweiss, Joh. Koenen, Heinz Heisterkamp, Franz Bendels, Toni Peters und Fritz Nussbaum.
Auf dieser ersten Besprechung wurde ein prov. Vorstand gewählt, der die Aufgabe bekam, mit der Bruderschaft über eine Aufnahme Besprechungen zu führen.
Es wurden damit beauftragt, Welbers, Hermel, Braun und Heisterkamp.
Am 24. April fand diese Besprechung statt und zwar bei Hanf. Vom Hauptvorstand waren zugegen, Herr Hartstein, Herr Lampenscherf, Herr Krimmel und Herr Wiechen.
Ich legte die Gründe dar, die uns zur Gründung einer Reserve bewogen.
Freudig wurde von Seiten des Hauptvorstandes der Sache zugestimmt, sodass also auch die Reserve als vollgeltendes Mitglied, wie alle anderen Kompanien in der Bruderschaft zu gelten hat. Herr Steinwasser, der hinzu kam, ergänzte, dass jedes Mitglied noch vor dem Schützenfeste 1949 einzel aufgenommen werde.
Diese Mitgliedschaft der Reserve, die an diesem Versammlungstag nominell ballotiert wurde, gilt als Gründung der Ges. Reserve. Ein Protokoll darüber kann beim Hauptvorstand leicht eingesehen werden, damit keiner übergangen wird.

Die Vorbereitungen zum Schützenfest 1949 liefen auf Hochtouren. Unsere junge Reserve hatte grosse idielle und materielle Opfer zu bringen. Als Ausgleich für unsere Damen gründete ich den Damenkegelklub, damit der häusliche Friede erhalten blieb. Uniformen mussten beschafft werden und blamieren wollten wir uns nicht!
Und trotz allem, die Reserve stand in der Tat als beste Kompanie im grossen Festzug der alten Benrather Bruderschaft.
Sie wurde von der Bevölkerung auf das Herzlichste begrüsst. Allein 5 berittene Offiziere führten stolz das jüngste Kind der 400 Jahre alten Bruderschaft an. Es war grossartig!!!.
Anhängende Liste zeigt die Mitglieder beim ersten Schützenfest. Die erste Fahne war eine Leihgabe des Hauptvereins. Sie gehörte einstens einer Hassler Kompanie.
Zum König 1949 wurde Erich Jatzo ausgerufen.
Der König gehörte keiner Kompanie an; jedoch war er schon über 25 Jahre bei der Bruderschaft. Er stand am Schloss unterm Volk!
Am Schützenfestmontag, beim Königsfrühstück musste der neue König eine Komp. Wählen und siehe da, er kam zu uns, sodass wir sogar schon Königskompanie wurden. Es war für uns eine hohe Ehre, da Erich Jatzko in würdiger Weise der Reserve alle Ehre machte. Feierlichst wurde der König am Montag nachm. im Kompanielokale eingekleidet und aus diesem Tage stammt der traditionelle Montagnachmittag der Reserve. Manches Fest wurde durch Erich Jatzko mit seinem sonoren Bariton verschönert. Ihm gilt ein besonderer Dank.
Auf dem Krönungsball glänzte die Reserve mit der grössten Anzahl an den Tischen. Sie gab dem Fest den tatsächlichen Rahmen.
Viele Kontaktkämpfe mussten innerhalb der Bruderschaft durchgeführt werden. Manche diesbezügliche Rede wurde vor versammelten Cäcilianern gehalten, bevor man sich an uns gewöhnte. Wir aber waren da und nicht mehr wegzudenken.
Man wollte uns in vielen einfach übersehen und selbst noch im Jahr 1953 war der Chronist schlecht beraten als er auf Seite 40 der grossen Festschrift zum 400 jähr. Jubiläum schrieb….“Noch eine grosse Tat der Bruderschaft nach dem Kriege muss erwähnt werden: die Gründung einer Jungschützenkompanie um der männlichen Jugend in den Nachkriegsjahren zu helfen.“ Von der längst sich auf das Beste bewährten Reserve und Jungreserve wurde kein Wort erwähnt. Dieses tut mir persönlich sehr leid im Interesse all derer aus unseren Reihen, die in der Tat der Bruderschaft grössten Auftrieb gegeben hatten.
August 1949 stieg das grosse Gründungsfest in den Sälen des Benrather Bahnhofes. Die Komp. hatte weiteren wertvollen Zuwachs erhalten. Die Mitgliedszahl überstieg das 3. Dutzend.
Dieses Fest war eine Gloriole in der so jungen Geschichte der Reserve.
Ich suchte mit allen Mitteln den Kontakt der Reserve Gesellschaften Düsseldorfs, um weitere Erkenntnisse für uns zu sammeln.
Der Erfolg zeichnete sich schon auf diesen so schönen Fest ab. Als Gäste waren gekommen: Albert Kanehl, langjähriger Chef der alten Reserve Düsseldorf mit dem Königspaar des Hauptvereins Wesche, nebst Adjudanten und Mitgliedern des Hauptvorstandes. Engsten Kontakt pflegten wir mit der Reserve Wersten, die auch an diesem Abend unsere Gäste waren. Später verband uns mit der neugegründeten Reserve Holthausen ebenfalls ein enger Kontakt und eine schöne Kameradschaft. Weitere Benrather Bürger stiessen zu uns. Die Protokolle ergeben ihre Namen.
Die Reserve folgte einer Einladung des Brudervereins in Zons. Alle Teilnehmer werden diesen ersten Ausflug nicht vergessen. Der Samba-Tanz wurde der „Nationaltanz“ der Reserve.
1951 wurde die Standarte angefertigt. Initiator war Joh. Heisterkamp. Sie wurde gestickt von Frau Willy Peters in der Hildenerstrasse. Den Schaft fertigte Erich Jatzko an. Die Galerie ist ein Schlosserarbeit von Altmeister Kluth im Börchem.
Zu erwähnen sei noch die erste grosse Karnevalsveranstaltung in der Rheinterasse. Sie war ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges und eine würdige Paralelle der traditionsreichen Karnevalsveranstaltung der Reserve Düsseldorf in der Düsseldorfer Rheinterasse an Karnevalsamstag.
Um den notwendigen Nachwuchs sicherzustellen gründete sich 1953 die Jungreserve. Sie war eine stolze Gruppe junger Menschen auf die wir mit Stolz blicken konnten.
Ihr erster Führer war Ernst Burgard, der heute in Amerika lebt. Auch sie stellte einen Prinzen in Horst Tiede. Er war ebenfalls ein würdiger Prinz.
Diese gronologische Aufzeichnung bezieht sich auf die ersten Jahre des jungen Lebens der Reserve. Weitere markante Begebenheiten sind durch Protokollbücher leicht belegen und aufzuzeichnen.

Die Mitgliederliste der Reserve am ersten Schützenfest 1949

Willy Welbers
Willy Hermal
Christian Braun
Willy Fettweis
Hans Klein
Alb. Drohbeck
Lutz Hannes
Franz Göres
Fritz Nussbaum
Carl Remany
Willy Göres
Willy Cremerius
Paul Langen
Heins Göres
Johann Göres
Hans Sassen
Joh. Coenen
Jos. Hanf
Hub. Billig
Fritz Billig
Heinz Antosch
Fritz (bei Antosch)
Jean Pans
Peter Sassen
Joh. Heisterkamp
Hans Heisterkamp
Heins Heisterkamp
Franz Bendels
Erich Kempski
Heins Eschenbruch
Ludwig Gerards
Toni Peters
Der Schwiegervater von Franz Göres + Herr Grabenberg
Heinr. Könningen
Heinz Birk

Anmerkung:
Einen hervoragenden Mitarbeiter der Reserve bekam ich durch den aktiven Einsatz von Fritz Billig. Ihm ist es zu verdanken, dass alle Festlichkeiten der damaligen Reserve in so vorzüglicher Weise abgewickelt werden konnten. Mir wurde durch ihn viel Arbeit abgenommen, die ausschliesslich der Weiterentwicklung der Reserve zu Gute kam. Auch Ihm gebührt ein besonderer Dank der Mitglieder.
Nicht vergessen soll auch die schöne Gabe des Fahnenschrankes sein. Hier hat Fritz Nussbaum den Dank verdient, weil er diese Gabe überhaupt möglich machte.

 

Hier geht die Geschichte weiter:  Geschichte der Wiederauflebung

 

 

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